Die Ernährungsumstellung bei Histaminintoleranz ist schon komplex genug, doch oft wird ein entscheidender Bereich übersehen: die Getränke. Viele Betroffene konzentrieren sich voll auf die festen Mahlzeiten und übersehen dabei, dass auch das, was im Glas landet, massive Auswirkungen haben kann. Die Frage „welche Getränke bei HIT?“ wird plötzlich relevant, wenn der geliebte Morgenkaffee, der Grüntee am Nachmittag oder das Glas Rotwein am Abend plötzlich zum Problem werden. Glücklicherweise ist die Welt der histaminarmen Getränke groß und bietet viele sichere und sogar unterstützende Optionen. Wir räumen mit Mythen rund um Tee bei Histaminintoleranz auf, zeigen dir, welche Getränke bei Histaminintoleranz du unbesorgt genießen kannst und welche du besser meiden solltest, um dein Histamin-Fass nicht unnötig zu füllen.

Warum Getränke bei Histaminintoleranz überhaupt wichtig sind
Genau wie bei Lebensmitteln gibt es auch bei Getränken mehrere Gründe, warum sie bei Histaminintoleranz problematisch sein können:
- Histamingehalt: Einige Getränke enthalten von Natur aus Histamin, insbesondere solche, die durch Fermentation oder Gärung hergestellt werden (z.B. Wein, Bier).
- Histaminliberatoren: Manche Getränke (oder deren Inhaltsstoffe wie Zitrusfrüchte, Alkohol, bestimmte Teesorten) reizen die Mastzellen und führen zur Ausschüttung von körpereigenem Histamin.
- DAO-Hemmer: Bestimmte Substanzen in Getränken (Alkohol, Teein/Koffein) können das histaminabbauende Enzym DAO blockieren, was den Histaminabbau verlangsamt.
- Zusatzstoffe: Künstliche Süßstoffe (Aspartam etc.), Farbstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe in Softdrinks, Energy Drinks und manchen Säften sind häufige und potente Trigger.
Ein bewusster Blick auf deine Getränke bei Histaminintoleranz ist also unerlässlich für dein Wohlbefinden und ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Ernährungsumstellung. Ohne die richtigen histaminarmen Getränke kann selbst die perfekte Diät scheitern.
Die Basis aller histaminarmen Getränke: Wasser – Dein bester Freund
Beginnen wir mit dem Offensichtlichsten und Wichtigsten: Wasser. Wasser ist das ultimative histaminarme Getränk und sollte die absolute Basis deiner Flüssigkeitszufuhr sein, besonders wenn du dich fragst „welche Getränke bei HIT sicher sind“.
Warum ist Wasser so wichtig bei HIT?
- Verdünnung & Ausscheidung: Wasser hilft, Histamin im Körper zu „verdünnen“ und unterstützt die Nieren dabei, Histamin-Abbauprodukte effizienter auszuscheiden. Es spült dein System quasi durch.
- Keine Trigger: Reines, stilles Wasser enthält absolut keine problematischen Inhaltsstoffe – kein Histamin, keine Liberatoren, keine DAO-Hemmer, keine Zusatzstoffe. Es ist die reinste Form der Flüssigkeitszufuhr.
- Unterstützung der Verdauung: Eine ausreichende Hydrierung ist essenziell für eine funktionierende Verdauung. Wasser hilft, den Nahrungsbrei geschmeidig zu halten und unterstützt die Enzymaktivität im Darm.
- Temperaturregulation & Nährstofftransport: Wasser ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt und unerlässlich für deine allgemeine Gesundheit.
Empfehlung: Trinke täglich mindestens 1,5 – 2 Liter stilles, reines Wasser. Leitungswasser in Deutschland hat in der Regel eine ausgezeichnete Qualität. Wenn du unsicher bist, filtere es zusätzlich.
Ist Sprudelwasser bei Histaminintoleranz erlaubt?
Diese Frage beschäftigt viele Betroffene. Die Antwort ist ein klares „Jein“, es hängt von deiner individuellen Empfindlichkeit ab.
- Kohlensäure & Histamin: Kohlensäure selbst enthält kein Histamin und wirkt auch nicht als Liberator oder DAO-Hemmer.
- Das Problem: Die Kohlensäure (CO2) kann jedoch den Magen aufblähen und bei Menschen, die ohnehin zu Blähungen oder einem Reizmagen neigen (was bei HIT häufig vorkommt), die Beschwerden verstärken. Sie kann auch Sodbrennen fördern.
- Fazit: Stilles Wasser ist immer die sicherste Wahl unter den histaminarmen Getränken. Wenn du Sprudelwasser gut verträgst und keine Magen-Darm-Beschwerden davon bekommst, spricht in Maßen nichts dagegen. Bei Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen solltest du jedoch konsequent darauf verzichten.
Tee bei Histaminintoleranz: Der große Überblick
Tee bei Histaminintoleranz ist eines der komplexesten Themen, aber auch eines mit großem Potenzial. Viele Tees sind nicht nur sichere histaminarme Getränke, sondern können deine Gesundheit sogar aktiv unterstützen.
Welche Teesorten sind bei Histaminintoleranz unbedenklicht?
Hier ist deine „Ja“-Liste für histaminarmen Tee:
- Kräutertees (aus Einzelkräutern): Das sind deine sichersten Verbündeten. Sie enthalten kein Koffein/Teein und viele Kräuter haben sogar histaminsenkende oder beruhigende Eigenschaften.
- Kamille: Wirkt stark entzündungshemmend (durch Apigenin) und beruhigend auf Magen und Darm. Perfekt am Abend.
- Pfefferminze: Kann Magenkrämpfe lindern und die Histaminfreisetzung aus Mastzellen reduzieren. (Vorsicht bei Sodbrennen, kann es verstärken!).
- Melisse: Wirkt entspannend auf das Nervensystem, ideal bei Stress und Schlafproblemen.
- Fenchel, Anis, Kümmel: Die klassische Mischung gegen Blähungen und zur Verdauungsförderung.
- Ingwer (frisch aufgebrüht): Gingerole wirken stark entzündungshemmend. Vorsichtig testen, die Schärfe kann bei manchen reizen.
- Salbei: Gut bei Halsschmerzen, wirkt adstringierend.
- Lindenblüten: Beruhigend, schweißtreibend, gut bei Erkältungen und am Abend.
- Verbenentee (Eisenkraut): Zitroniges Aroma, wird oft gut vertragen.
- Thymian: Gut bei Husten, wirkt schleimlösend.
- Lavendel: Beruhigend, schlaffördernd (sparsam dosieren).
- Rooibos-Tee (Rotbuschtee): Ist von Natur aus koffeinfrei, reich an Antioxidantien und gilt als sehr histaminarmes Getränk. Er hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack und ist eine hervorragende Alternative zu schwarzem Tee.
Wichtiger Tipp: Kaufe Tees am besten als lose Ware oder in Bio-Qualität. Bei Teebeuteln achte penibel auf die Zutatenliste: Keine „natürlichen Aromen“ (können alles Mögliche sein!), keine Zitronensäure, keine problematischen Fruchtauszüge. Reiner Kräutertee ist ideal.
Welcher Tee senkt Histamin?
Einige Kräuter sind dafür bekannt, den Histaminspiegel positiv zu beeinflussen oder die Mastzellen zu stabilisieren. Sie sind daher besonders wertvolle Getränke bei Histaminintoleranz:
- Kamille: Enthält Apigenin, das die Histaminfreisetzung hemmen kann.
- Pfefferminze: Studien deuten darauf hin, dass sie die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen reduzieren kann.
- Ingwer: Die enthaltenen Gingerole wirken stark entzündungshemmend und können so indirekt das Histaminsystem beruhigen.
- Thymian: Enthält Flavonoide, die mastzellstabilisierende Eigenschaften haben können.
- Olivenblättertee: Enthält Oleuropein, das als starkes Antioxidans und natürliches Antihistaminikum gilt.
Regelmäßiger Genuss dieser Tees kann deine Ernährungsumstellung sinnvoll unterstützen.
Welche Teesorten sind bei Histaminintoleranz verboten?
Hier kommt die „Nein“-Liste für Tee bei Histaminintoleranz, die du kennen musst:
- Schwarzer Tee: Enthält Koffein/Teein und gilt als DAO-Hemmer. Er blockiert das Enzym, das Histamin abbauen soll. Daher ist die Frage ist schwarzer tee histaminarm klar mit „Nein“ zu beantworten, auch wenn er selbst kaum Histamin enthält.
- Grüner Tee: Ist grüner tee histaminarm? Auch Grüner Tee enthält Teein und wirkt als DAO-Hemmer, wenn auch oft etwas schwächer als schwarzer Tee. Manche Betroffene vertragen ihn in kleinen Mengen, aber Vorsicht ist geboten. Weißer Tee verhält sich ähnlich.
- Mate-Tee: Enthält sehr viel Koffein und ist ein starker DAO-Hemmer. Absolut ungeeignet.
- Früchtetees (Mischungen): Das Hauptproblem sind hier die Zutaten. Fast alle kommerziellen Mischungen enthalten:
- Hibiskus: Sehr hoher Säuregehalt, oft schlecht verträglich.
- Hagebutte: Kann bei manchen als Liberator wirken.
- Zitrusfrüchte: Orangenschalen, Zitronenschalen, Zitronengras – starke Liberatoren.
- Aromen: Unklare Zusammensetzung, oft Trigger.
- Histaminreiche Früchte: Erdbeer-, Himbeer-, Ananasstücke etc.
- Fazit: Finger weg von bunten Früchteteemischungen. Eine Ausnahme kann ein reiner Apfeltee (nur getrocknete Apfelstücke) sein.
- Brennnesseltee: Wird oft als „natürliches Antihistaminikum“ beworben, ABER: Brennnessel enthält selbst geringe Mengen Histamin und kann bei sehr empfindlichen Personen paradoxerweise Symptome auslösen. Nur sehr vorsichtig in kleinen Mengen testen, wenn überhaupt.
Kaffee, Säfte & Co.: Was ist mit anderen Getränken bei Histaminintoleranz?
Neben Wasser und Tee gibt es noch viele andere Getränke bei Histaminintoleranz, bei denen Unsicherheit herrscht.
Ist Kaffee histaminhaltig?
Kaffee selbst enthält kein Histamin, aber er ist aus mehreren Gründen ein klassischer „Kann-Trigger“:
- Koffein: Als Stimulans regt es das zentrale Nervensystem an. Bei empfindlichen Personen kann es Symptome wie Herzrasen, Nervosität oder Schlafstörungen verstärken, die auch bei einer Histaminreaktion auftreten.
- Magenreizung: Kaffee fördert die Produktion von Magensäure. Bei einem ohnehin gereizten Magen (häufig bei HIT) kann dies zu Sodbrennen oder Magenschmerzen führen.
- Potenzieller DAO-Hemmer: Einige Studien und viele Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Koffein die Aktivität des DAO-Enzyms leicht hemmen könnte. Die Datenlage ist nicht ganz eindeutig, aber eine plausible Erklärung für Unverträglichkeiten.
Fazit: Kaffee ist extrem individuell. Viele Betroffene vertragen 1-2 Tassen milden Kaffee (wenig Säure, z.B. Espresso, schonend gerösteter Bohnenkaffee) erstaunlich gut. Andere reagieren schon auf kleinste Mengen heftig.
- Test-Strategie: Wenn du nicht verzichten willst, probiere eine kleine Tasse Espresso nach einer Mahlzeit (nicht auf nüchternen Magen!). Beobachte genau deine Reaktion über die nächsten Stunden. Koffeinfreier Kaffee ist keine Lösung, da das Koffein nur ein Teil des Problems ist.
- Alternativen: Getreidekaffee (aus Zichorie, Roggen etc.) oder Lupinenkaffee sind koffeinfreie, histaminarme Optionen.
Welche Säfte bei Histaminintoleranz?
Säfte sind knifflig, da sie oft aus problematischen Früchten bestehen oder Zusätze enthalten. Ein hoher Fruchtzuckergehalt kann zudem den Darm belasten.
- Tabu: Orangensaft, Zitronensaft, Grapefruitsaft (starke Liberatoren), Ananassaft, Papayasaft (Liberatoren), Tomatensaft (histaminreich + Liberator). Auch Traubensaft ist wegen des hohen Zuckergehalts und möglicher Fermentation oft schlecht verträglich.
- Meist sichere Wahl (als 100% Direktsaft, ohne Zuckerzusatz, ohne Zitronensäure):
- Apfelsaft (naturtrüb, aus milden Sorten): Wird oft gut vertragen.
- Johannisbeersaft (schwarz oder rot): Gilt als histaminarm.
- Kirschsaft (nur aus Süßkirschen!): Sauerkirschen können problematisch sein.
- Karottensaft: Eine gute, histaminarme und nährstoffreiche Option.
- Rhabarbersaft (Direktsaft): Enthält Oxalsäure, aber wenig Histamin und wird von manchen gut vertragen.
Wichtiger Tipp: Trinke Säfte nie pur in großen Mengen! Mache dir immer eine Schorle mit viel stillem Wasser (Mischungsverhältnis 1:3 oder 1:4). Das reduziert den Zucker, schont den Darm und macht den Saft zu einem erfrischenden, histaminarmen Getränk.
Was ist mit Milch und Milchalternativen?
- Kuhmilch: Frische (!) Kuhmilch ist histaminarm. H-Milch ist durch die Ultrahocherhitzung und Lagerung potenziell problematischer. Wichtig ist, eine eventuell parallel bestehende Laktoseintoleranz auszuschließen.
- Pflanzendrinks: Sie sind oft die bessere Wahl als Kuhmilch, da sie keine Laktose enthalten.
- Sehr gut verträglich: Haferdrink, Reisdrink, Mandeldrink (ungesüßt!). Achte auf Produkte ohne unnötige Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel oder zugesetzten Zucker.
- Gut verträglich: Kokosdrink (pur, ohne Zusätze).
- Vorsichtig testen: Sojadrink. Soja ist eine Hülsenfrucht und kann bei manchen als Liberator wirken oder Verdauungsprobleme verursachen.
Alkohol & Softdrinks: Die absoluten No-Gos unter den Getränken bei Histaminintoleranz
Diese Kategorie ist leider eindeutig und für viele der schmerzhafteste Verzicht.
Ist Alkohol histaminhaltig?
Ja, viele alkoholische Getränke enthalten relevante Mengen Histamin, das während der Gärung und Reifung entsteht. Aber das ist nur ein Teil des Problems.
Welchen Alkohol bei Histaminintoleranz?
Die ehrliche Antwort: Am besten gar keinen. Alkohol wirkt gleich dreifach negativ:
- Histamingehalt: Besonders Rotwein, Sekt/Champagner, Weizenbier und gereifte Spirituosen (Whisky, Cognac) enthalten viel Histamin.
- DAO-Hemmer: Alkohol ist einer der stärksten bekannten Blocker des DAO-Enzyms. Er legt deine körpereigene Histamin-Müllabfuhr lahm.
- Histaminliberator: Alkohol regt die Mastzellen an, körpereigenes Histamin freizusetzen.
- „Weniger schlimme“ Optionen (für absolute Ausnahmen, wenn du stabil bist): Kleine Mengen klarer, ungereifter Spirituosen wie Wodka oder Gin, gut verdünnt mit stillem Wasser, können manchmal toleriert werden. Weißwein (sehr trocken, jung) ist oft verträglicher als Rotwein.
- Fazit: Wenn du deine Symptome wirklich in den Griff bekommen willst, ist der konsequente Verzicht auf alkohol histaminintoleranz die effektivste Maßnahme.
Sind Cola und Limonade bei Histaminintoleranz erlaubt?
Nein. Diese Getränke bei Histaminintoleranz sind aus einer ganzen Reihe von Gründen problematisch:
- Zucker oder künstliche Süßstoffe: Beides belastet den Stoffwechsel und den Darm. Aspartam (in Light-Produkten) ist ein bekannter Trigger.
- Farbstoffe & Aromen: Potenzielle Liberatoren.
- Phosphorsäure (in Cola): Kann den Magen reizen.
- Koffein (in Cola & Energy Drinks): Stimulans und potenzieller DAO-Hemmer.
- Zitronensäure: Oft als Säuerungsmittel zugesetzt (Liberator).
Deine Alternative: Mache dir eine erfrischende Schorle aus einem sicheren Saft und stillem Wasser, eventuell mit ein paar Blättchen frischer Minze.
Fazit: Trinken ohne Reue ist einfach!
Du siehst, die Welt der histaminarmen Getränke ist groß und bietet für jeden Geschmack etwas. Die Frage „welche Getränke bei HIT?“ lässt sich klar beantworten: Setze auf stilles Wasser als Basis. Ergänze es mit verträglichen Kräutertees (Kamille, Pfefferminze, Rooibos) oder einer milden Saftschorle (Apfel, Johannisbeere). Sei sehr vorsichtig bei Kaffee und meide Alkohol, Softdrinks und die meisten Früchteteemischungen. Mit diesem Wissen wird die Auswahl deiner Getränke bei Histaminintoleranz zum Kinderspiel und du kannst unbesorgt genießen und deinen Körper optimal mit Flüssigkeit versorgen.














